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Stadt Burgwedel kauft Bahnhofsgebäude

Die Region Hannover, die Stadt Burgwedel und regiobus ziehen an einem Strang. Gemeinsam möchten die Partner in den nächsten Jahren ein Projekt auf die Beine stellen, das es in dieser Form in der Region noch nicht gegeben hat. Unter dem Titel „Mobilpunkt Großburgwedel“ geht es um die Aufwertung, Umgestaltung und völlige Neukonzeption des Bahnhofs Großburgwedel.

„Nahverkehr im Umland muss attraktiver, unkomplizierter und direkter erfahrbar werden“, sagt Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region. „Mit dem On-Demand-System sprinti starten wir ab Juni mit einem bundesweit beachteten Angebot. Mit dem geplanten „Mobilpunkt“ setzen wir ein weiteres Zeichen für die Verkehrswende im ländlichen Bereich“, ist sich Franz sicher.

Dreh- und Angelpunkt ist das Bahnhofsgebäude an der Bahnhofstraße. „Die Stadt Burgwedel hat die Immobilie, die aktuell zum Verkauf stand, für 200.000 Euro erworben, nachdem der Verwaltungsausschuss hierfür grünes Licht gegeben hatte. Nach Gesprächen mit der Region und regiobus war uns schnell klar, dass sich hier eine einmalige Chance bietet, das Gebäude und das gesamte Umfeld im Sinne einer bürgernahen und zukunftsfähigen Mobilität zu gestalten“, freut sich Burgwedels Bürgermeister Axel Düker und dankt den politischen Gremien für die breite Unterstützung.

Die genannten Partner sehen große Potentiale hinsichtlich der Aufwertung der Liegenschaft und der Einbettung in das „Mobilpunkt“-Konzept. Die regiobus soll Ankermieter werden und entsprechende Flächen als Aufenthaltsräume für das Fahrpersonal nutzen. „Die regiobus nutzt die Außenflächen seit Jahren als Pausen- und Wendeplatz für ihre Linien“, erklärt regiobus Geschäftsführerin Elke van Zadel. „Die Bedingungen für unsere Fahrerinnen und Fahrer sind allerdings zurzeit suboptimal – sowohl was die Beschaffenheit des Areals angeht, als auch die sanitären Anlagen betreffend.“ Gerade in der kalten Jahreszeit oder nach stärkerem Niederschlag müsse mit großflächigen Pfützen und Schlaglöchern gerechnet werden, auch wenn es immer wieder Ausbesserungen gegeben habe. „Die Aufwertung des Geländes sehen wir als Riesenchance, die Belange des Busverkehrs auf ein ganz anderes Niveau zu heben“, so van Zadel. „Die Verbesserung der Pausenqualität für unser Fahrpersonal ist ein ganz wichtiger Aspekt“, betont regiobus Geschäftsführerin Regina Oelfke. „Außerdem müssten unsere Busse bei entsprechender Ausstattung vor Ort nicht mehr auf das Schulzentrum ausweichen, um dort ihre Ruhezeiten zu absolvieren, so wie es momentan teilweise der Fall ist. Eine Neukonzeption hätte auch Vorteile aus ökologischer und wirtschaftlicher Sicht“, meint Oelfke.

Für das Projekt „Mobilpunkt GBW“ wird zunächst eine Machbarkeitsuntersuchung durchgeführt. Diese soll im Sommer 2021 abgeschlossen sein. In einem ersten Realisierungsschritt soll ein Buswarteplatz mit mindestens sechs Haltepositionen umgesetzt werden. Eine Neuordnung und Sanierung der Haltestellen sowie der Fahrbahn ist ebenso geplant.

Abgesehen von den Maßnahmen im Außenbereich gibt es bereits einige weitere Ideen für die Nutzung des Gebäudes. „Neben modern gestalteten Aufenthaltsräumen für Mobilitätskunden, sind ein Fahrradreparatur-Café, die Einrichtung von Co-Working Spaces, und weitere Dienstleitungen rund um Car Sharing und das Thema Fahrrad denkbar“, unterstreicht Düker. „Wir müssen weg von dem Schmuddelimage, das vielen Bahnhöfen anhaftet“, meint Franz. „Bereits die Wartezeit auf den Zug oder den Bus muss so angenehm wie möglich gestaltet werden.“

Über die Höhe der nötigen Investitionen können die Partner aktuell noch keine konkreten Angaben machen. Hier soll die erwähnte Machbarkeitsstudie abgewartet werden. „Durch die derzeitige Förderlandschaft für ÖPNV-Projekte sind wir aber optimistisch, was die finanzielle Unterstützung angeht“, erklärt Franz.

Die Beteiligten rechnen damit, dass der „Mobilpunkt GBW“ in Teilabschnitten umgesetzt wird. „Manches wird schneller gehen, anderes länger brauchen“, so Düker.
Ab Ende 2023 könnte der „Mobilpunkt GBW“ in den Komplettbetrieb gehen und damit das Leuchtturmprojekt für die Region und darüber hinaus werden.